ÜBER DAS LABEL

Wir tanzen im Viereck…

 …Da ich eine Schnitttechnik verwende, die es erlaubt, die Stoffe meist gänzlich in einer rechteckigen Form zu belassen.

 (pst: manche wenige Modelle tanzen auch – mal mehr und mal weniger - aus der Reihe!)

 

Zudem wähle ich alle Materialien sorgfältig hinsichtlich ihrer Herkunft aus.

 

Auf diese Weise werden ökologische Belastung und Verschnitt minimiert

und die Möglichkeiten zur Wiederverwertbarkeit maximiert.

 

Die dadurch entstehenden Lieblingsteile sind schlicht und zeitlos. Sie unterstreichen dezent die Persönlichkeit der Trägerin und lassen sich hervorragend (untereinander und mit anderen guten Stücken aus der eigenen Garderobe) kombinieren. Durch die Verbindung aus schlichter Eleganz und Bequemlichkeit sind die meisten Teile zu vielen verschiedenen Anlässen tragbar. Entgegen vieler Erwartungen sind meine Kleider, Röcke und Oberteile trotz der besonderen Schnitttechnik nicht kastig, sondern sehr feminin und figurbetont. Viele meiner Modelle lassen sich auch gut in der Schwangerschaft tragen, da einige Teile nicht tailliert und alle zumindest bis zu einem gewissen Grad dehnbar sind. 

 

In meinem LadenAtelier entwerfe und fertige ich die ViereckKleidung. Immer mal wieder habe ich dabei nette Helferlein.

 

Meine viereckigen Kleidungsstücke gibt es vor allem in BioBaumwollJersey und hochwertigem 100%MerinoStrick. Der BioBaumwollJersey hat einen Elasthananteil von 5%. Diesen Kompromiss bin ich eingegangen - zugunsten einer wesentlich besseren Passform und Langlebigkeit. Die Merinowolle ist leider momentan noch nicht aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, da ich dafür noch keinen Anbieter gefunden habe.

 

Die besondere Schnitttechnik verlangt auch eine besondere Verarbeitung. Was schlicht ist und einfach klingt, ist in der Umsetzung nicht unbedingt kompliziert, aber aufwendig.

 

Da ich nichts und niemanden in eine ihm widerstrebende Form zwängen will, achte ich bei der Verarbeitung der Stoffe darauf, was diese an Eigenschaften mitbringen, und versuche, sie zu erhalten. Meine Jersey- und Strickstoffe haben die Eigenart, sich an der Längsseite auf die linke Stoffseite und an der Querseite auf die rechte Stoffseite zu rollen. So weit mir das möglich ist und der Schnitt es hergibt, nutze ich dies und lasse den Stoffen ihre Richtung.

 

Meine Kollektion bleibt immer bestehen bzw. erweitert sich lediglich nach und nach.

Frau kann alle Teile für jede Jahreszeit anprobieren und kaufen.

Alle Modelle biete ich stets in allen verfügbaren Farben an. Ist ein Modell in der gewünschten Größe und Farbe nicht vorrätig, so ist es zumeist (Ausnahme sind aus Stoffresten gefertigte Teile) auf Bestellung erhältlich. Auch bei Ärmel- und anderen Längen darf die Kundin dann mitentscheiden.

 

Besonders wichtig ist mir, dass kein Stoff- oder Garnrest mein Atelier verlässt.

 Wie oben erwähnt, versuche ich, meine Schnitte - wann immer möglich - im unversehrten Rechteck zu belassen.*

 Manchmal beuge ich mein Konzept aber ein klitzekleines bisschen zugunsten der Passform oder Verarbeitung; oder aber ich muss Hals- oder Armausschnitte herausschneiden.

Trotz perfektioniertem Tetris im Zuschnitt fallen darum leider auch bei mir ab und zu Stoffreste an.

 

Um Müll zu vermeiden und alles zu verwerten, flechte ich aus den seitlich vom Stoff anfallenden Streifen Gürtel, nähe ich aus Fehlkäufen Kissenhüllen und aus aufgetrennten Prototypen Kisseninlays; diese werden schlussendlich gefüllt mit den allerkleinsten Stoff- und Garnresten. Größere Stoffreste (die zum Beispiel übrigbleiben, wenn ein Stoffballen zuende ist) verarbeite ich zu Accessoires. Und da mir wirklich jeder Stoffrest leid tut, der als Füllung in einem Kissen landet, suche ich immer nach neuen Ideen, diese kleinsten Teile anderweitig zu verarbeiten. Ganz kleine schmale Stoffreste werden so beispielsweise zu Zopfgummis verarbeitet.

 

 

* eine kleine Exkursion in die Mathemaik, da es immer wieder zu Verwirrungen bezüglich der Begrifflichkeiten "Viereck", "Rechteck" und "Quadrat" kommt (ich bin keine Mathematikerin, weshalb das Folgende evtl. nicht perfekt ausgedrückt ist. Das bitte ich zu verzeihen):

 

Viereck ist der Überbegriff über Formen mit vier Ecken. Abgesehen vom Rechteck ist beispielsweise auch ein Trapez oder ein Parallelogramm ein Viereck. Das Rechteck ist wiederrum der Überbegriff über alle Vierecke mit rechten Winkeln. Das Quadrat ist eines dieser Formen. Ein Rechteck ist also nicht immer ein Quadrat!

Die Form und der Name meines Logos tragen wahrscheinlich ihr übriges zur Verwirrung bei.

 Mein Logo ist einfach deswegen quadratisch, weil ich diese Form aufgrund seiner Ordnung sehr liebe.

 Und da ich mich ja nicht immer 100% daran halte, alles genau rechteckig zu machen, ist der Name "Wir tanzen im Viereck" eigentlich tatsächlich ganz gut gewählt. Am liebsten sind mir aber natürlich die Teile aus meiner Kollektion, die 100% rechteckig sind und ganz ohne Verschnitt auskommen.


Wie kam's dazu?

Im Viereck tanze ich schon seit meiner Kindheit.


Ursprünglich, weil ich Kleidung entwerfen, aber die Stoffe nicht einschneiden wollte.

Die Tüchter, die ich zum Spielen bekam, erschienen mir zu kostbar, um sie "einfach so" zu verschwenden.

Also machte ich Kleidung aus dem, was da war: aus Rechtecken!


Dass das auch ökologisch nachhaltig ist und damit mein zweites Interessensgebiet Umweltschutz abdeckt,

fiel mir erst sehr viel später auf.

Dafür musste ich erst den Umweg über das ModedesignStudium an der FH in Trier nehmen, das ich mit dem Ziel begann, das für mich perfekte Design zu finden. Meine Kollektionen wurden immer minimalistischer und gegen Ende des Studiums fiel mir auf, dass ich bei meinen Entwürfen aus Kindertagen angekommen war.

Und so feilte ich das Konzept mit ökologischen Stoffen in meiner Diplomarbeit aus.

Struktur, Ordnung und Minimalismus sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

All diese für mich wichtigen Aspekte vereine ich mit meiner speziellen Art des Modedesigns.


Und wie kam es zu dem ungewöhnlichen Namen?

Auf den WG-Feiern in Trier tanzten meine Mitbewohnerinnen und ich zu Stereo Total

 und ich stieß auf das Lied „Wir tanzen im Viereck“.

 Somit war das eckige Konzept sozusagen rund und der Name für die Kollektion geboren.

 

"Wir tanzen im Viereck" ist benannt nach dem gleichnamigen Song von Wolfgang Müller/die tödliche Doris von 1981, gecovert von Stereo Total im Jahre 2001.

 

Herzlichen Dank an den Komponisten, der mir die Erlaubnis zur Namensnutzung gab!